{"id":1066,"date":"2022-05-23T14:35:36","date_gmt":"2022-05-23T12:35:36","guid":{"rendered":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/?p=1066"},"modified":"2022-05-23T14:35:36","modified_gmt":"2022-05-23T12:35:36","slug":"ausstellung-vera-lang-auf-2022-verschoben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/?p=1066","title":{"rendered":"Vera Lang 4.-27. M\u00e4rz 2022"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vera Lang &#8211; &#8222;Flie\u00dfend&#8220; &#8211; Malerei im Palais Hirsch &#8211; 4.-27. M\u00e4rz 2022 <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vera Lang hat in Dresden und Berlin Kunst studiert und lebt nun in Dresden. Ihre Jugend verlebte sie in Br\u00fchl bzw. Schwetzingen und freut sich sehr darauf, in ihrer alten Heimatstadt auszustellen. Ihre Gem\u00e4lde muten auf den ersten Blick abstrakt an, doch ist Wasser der amorphe \u201aGegenstand\u2019 ihrer Bilder. Dazu schreibt sie selbst: \u201eDas Wasser in seinen sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen dient dabei als Gleichnis f\u00fcr das Leben und den st\u00e4ndigen Wandel. Ich will nicht abbilden, sondern ergr\u00fcnden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"596\" height=\"839\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Lang-Plakat.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2384\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Lang-Plakat.png 596w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Lang-Plakat-213x300.png 213w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Lang-Plakat-107x150.png 107w\" sizes=\"auto, (max-width: 596px) 100vw, 596px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Panta rhei, <\/em>alles flie\u00dft, ist eine ber\u00fchmte Formel der antiken griechischen Philosophie, die die Welt als ein ewiges Werden und Wandeln begriff. <em>Flie\u00dfend <\/em>hei\u00dft die Ausstellung der Vera Lang, die sich in ihren Bildern ganz dem Element des Wassers verschrieben hat. Kein anderes Element verk\u00f6rpert diese Philosophie wie das Wasser, das sich ebenfalls in einem ewigen Fluss befindet und als eine Allegorie auf das Leben betrachtet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Bildsujet freilich ist Wasser eher selten, in der Kunstgeschichte erscheint es vereinzelt als Illustration der Bibel, wie im Alten Testament bei der Darstellung der vier Paradiesfl\u00fcsse oder bei der Sintflut. Aus dem Neuen Testament haben Maler das Wasser bei der Taufe Christi mehr oder weniger realistisch illustriert, wie auch die Wunder im und um den See Genezareth. Seit Renaissance und Barock kennen wir auch antike Themen rund um Wasserg\u00f6tter, Nymphen und Tritonen. Wasser bleibt jedoch bei allen Sujets ein prim\u00e4r landschaftliches Motiv. Im 18. Jahrhundert werden profane Bilder von Seeschlachten und so genannte Kapit\u00e4ns\u00adbilder beliebt, Portr\u00e4ts von Segelschiffen. Nur langsam entwickelt sich eine maritime Malerei, die mit ihren Seest\u00fccken das Meer als Naturgewalt zu schildern beginnt. Der Blick zielt freilich immer noch auf Schiffe oder Menschen am Rande, auf Motive und Sujets also, die erst im 19. Jahrhundert verschwinden sollten, um das Meer oder andere Gew\u00e4sser als Hauptgegenstand eines Gem\u00e4ldes zu begrei\u00adfen. Solche reinen Seest\u00fccke aber bleiben selten, weil sie genuin gegenstandslos sind und keine Abbildfunktion mehr erf\u00fcllen. Sie leben vom Verlauf der Farben und amorphen Formen, so dass sie die informelle Malerei des 20. Jahrhundert vorwegnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vera Lang l\u00e4sst sich von Gew\u00e4ssern, von B\u00e4chen, T\u00fcmpeln und der gleichen inspirieren und beginnt jedes Bild mit einer Art Momentaufnahme von nat\u00fcrlichen Wasseroberfl\u00e4chen. Diese \u00e4ndern freilich mit jeder Sekunde ihr Aussehen, denn alles flie\u00dft, und die Reflexe des Lichtes lassen sich kaum einfangen. Selbst Fotografen haben M\u00fche, Wasser optisch zu fixieren. Doch Vera Lang will, wie sie selbst schreibt, nicht abbilden, sondern ergr\u00fcnden. Ihre Malweise geht in das Medium des Wassers \u00fcber und wird dabei selbst zu einem Malfluss, der die optischen Strukturen einer Wasseroberfl\u00e4che lediglich nachempfindet, schnell aber zum eigentlichen Thema wird. Mit ihren flie\u00dfenden Farben und Formen generiert sie ein eigenes, sich selbst erfindendes Gew\u00e4sser, ein Gew\u00e4sser der Gesten und Gef\u00fchle, die wie schwimmend durch das Medium gleiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Geistesgeschichte kennt das Wasser als archaisches Symbol. Es gilt traditionell als Element des genuin Weiblichen und ist in den \u00e4ltesten Mythen der Menschheit stets der Magna Mater, der gro\u00dfen Mutter, geweiht. Es steht f\u00fcr die weibliche Fruchtbarkeit und das lunare Prinzip. Aus dem Wasser stammt das Leben, es ist der Scho\u00df der Welt, als Fruchtwasser zugleich der Scho\u00df eines jeden Individuums.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der modernen Psychologie und Traumdeutung gilt Wasser als Symbol des Unterbewusstseins. Dieser Aspekt mag insbesondere f\u00fcr die Kunst der Vera Lang eine Rolle spielen. Die Farben und Formen ihrer Gem\u00e4lde werden intuitiv gew\u00e4hlt und spiegeln Gef\u00fchle wider, die sich erst auf der Leinwand konkretisieren und manifestieren. In diesem Sinne k\u00f6nnte man auch von Psychogrammen sprechen, die dem unbewussten Seelenleben eine Sprache verleihen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor Corona war die Welt noch eine andere, m\u00fc\u00dfiger, vielleicht auch poetischer und weniger dramatisch. In den \u00e4lteren Bildern vor Corona dominieren Wahrneh\u00admungsthemen, insbesondere in der mit dem englischen Wort \u201eglimpse&#8220; betitelten Serie, die den ,fl\u00fcchtigen Moment&#8216; einfangen will. Aber auch in neueren Arbeiten behauptet die Poesie ihren Platz und widmet sich in der Arbeit \u201eHirschgruppe&#8220; den Brunnen und Wasserspielen im Schwetzinger Schlosspark, die zu einer ganz pers\u00f6nlichen Allegorie auf ihre Heimat und ihre Familie inszeniert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In allen Bildern der Vera Lang findet sich eine bewegte Gef\u00fchlswelt, die nach Harmonie und Sch\u00f6nheit sucht, aber auch Zorn und \u00c4rger, aggressive Reaktionen auf die Welt jenseits der Leinwand hervorbringt. Gerade die neuesten Bilder mit dem Titel \u201eFreischwimmer&#8220; reagieren ganz konkret auf die aktuelle Corona\u00ad-Situation, der Vera Lang eine gro\u00dfe Kreativit\u00e4t entgegensetzt. Hier taucht sie unter die Wasseroberfl\u00e4che und zeigt uns neben abstrakter Malerei auch gegenst\u00e4ndli\u00adchen Motive: Fische, die sie in der Leichtigkeit und Selbstverst\u00e4ndlichkeit ihrer Bewegungen einfangen will. \u201eSie&#8220;, so schreibt sie selbst, \u201epfeifen auf Ausgangs\u00adsperren, Landesgrenzen, Maskenpflicht usw. Sie schwimmen unbehelligt herum, besonders die Jungen bilden ganze Schw\u00e4rme. Sie lassen N\u00e4he zu oder sind Einzelg\u00e4nger, jeweils in dem Ma\u00dfe, wie es f\u00fcr ihr \u00dcberleben und ihr Wohlbefinden erforderlich ist. Davon k\u00f6nnen wir Menschen derzeit nur tr\u00e4umen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Dietmar Schuth<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"298\" height=\"425\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Freischwimmer-x.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2386\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Freischwimmer-x.png 298w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Freischwimmer-x-210x300.png 210w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Freischwimmer-x-105x150.png 105w\" sizes=\"auto, (max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"298\" height=\"425\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Freischwimmer.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2387\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Freischwimmer.png 298w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Freischwimmer-210x300.png 210w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Freischwimmer-105x150.png 105w\" sizes=\"auto, (max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vera Lang &#8211; &#8222;Flie\u00dfend&#8220; &#8211; Malerei im Palais Hirsch &#8211; 4.-27. 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