{"id":2818,"date":"2022-10-19T18:34:24","date_gmt":"2022-10-19T16:34:24","guid":{"rendered":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/?p=2818"},"modified":"2023-04-03T23:15:16","modified_gmt":"2023-04-03T21:15:16","slug":"demnaechst-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/?p=2818","title":{"rendered":"Phantastische Pilze"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&#8222;Phantastische Pilze&#8220; im Medienecho:<\/strong><\/p>\n\n\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Phantastische Pilze im Kunstverein Schwetzingen\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/aA_QeH1d2u0\" width=\"800\" height=\"450\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">SWR Landesschau Baden-W\u00fcrttemberg vom 28.11.2022<\/p>\n\n\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Phantastische Pilze Kunstverein Schwetzingen\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/_TSH41rTeK0\" width=\"800\" height=\"450\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">SWR2 Radiobeitrag vom 24.11.2022<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"503\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-503x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2819\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-503x1024.jpg 503w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-147x300.jpg 147w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-74x150.jpg 74w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-768x1565.jpg 768w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-754x1536.jpg 754w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-1005x2048.jpg 1005w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze.jpg 1252w\" sizes=\"auto, (max-width: 503px) 100vw, 503px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"503\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-r-503x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2820\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-r-503x1024.jpg 503w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-r-147x300.jpg 147w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-r-74x150.jpg 74w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-r-768x1565.jpg 768w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-r-754x1536.jpg 754w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-r-1005x2048.jpg 1005w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Ek-Pilze-r.jpg 1252w\" sizes=\"auto, (max-width: 503px) 100vw, 503px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Phantastische Pilze<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pilze geh\u00f6ren zu den faszinierendsten Lebewesen der Natur und sind bekannt-lich keine Pfanzen, sondern eher mit den Tieren verwandt. Sie treiben keine Photosynthese und nutzen keine pflanzliche Zellulose, sondern das von Insekten bekannte Chitin. Das spricht f\u00fcr ihre animalische Natur, was Vegetarier eigentlich nachdenklich machen m\u00fcsste. Zwar k\u00f6nnen sie sich nicht aus eigener Kraft bewegen, doch haben sie im Laufe der Evolution raffinierte Strategien entwickelt, ihre Sporen zu verbreiten. Sie k\u00f6nnen explodieren, nutzen den Wind und die Schwerkraft, die ihren Fruchtk\u00f6rper samt Sporen bewegt. Sie bedienen sich anderer Lebewesen zur Fortpflanzung wie Ameisen, K\u00e4fer und Fliegen, die sie mit Farben und D\u00fcften oft sehr heimt\u00fcckisch anzulocken wissen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese biologische Vielfalt hat den Heidelberger Autor Axel Eiflinger, selbst ein passionierter Pilzesammler, inspiriert, sich mit diesen oft bizarren Lebewesen zu besch\u00e4ftigen, und das nicht nur kulinarisch. Besonders interessieren den gelernten Kunsthistoriker die \u00e4sthetisch oft sehr ansprechenden Wuchsformen. Hinzu kommen die Namen der Pilze, die die deutsche Sprache zum Teil sehr strapazieren und kuriose Wortsch\u00f6pfungen darstellen. Dahinter verbergen sich die Assoziationen des Menschen, die die Pilze mit Alltagsgegenst\u00e4nden oder Tieren verglichen und benannten. Manche erleben sogar eine Anthropomorphisierung und werden u. a. als Finger, F\u00fcsse oder menschliche Geschlechtsteilsteile gesehen, insbesondere die Familie der Phallaceae.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus verbirgt sich in vielen Pilzen eine interessante Kulturgeschichte, denn Pilze wurden seit altersher als Droge oder Heilmittel konsumiert, zu Leder verarbeitet oder als Zunderschwamm genutzt. Im Rahmen der \u00f6kologischen Bewegung wurden einige dieser alten Traditionen neu belebt. Oft erz\u00e4hlen Pilze vom einfallsreichen Leben armer Leute vergangener Zeiten, wie auch h\u00e4ufig von einem heute vergessenen Aberglauben. Diese Welt der Pilze ist also so ideenreich, dass sich der Autor anregen lie\u00df, real existierende Pilze neu zu benennen und phantasievoll zu beschreiben und dar\u00fcber hinaus eigene Pilze neu zu erfinden. Alle Texte sind im Stil seri\u00f6ser Pilzb\u00fccher geschrieben und wissenschaftlich, d.h. mykologisch korrekt und glaubhaft formuliert. Martin Guido Becker hat diese durchaus humorvollen Texte ebenso phantasie- und lustvoll in kleinen, sehr malerischen \u00d6lskizzen illustriert und so ein wahrlich phantastisches Pilzbuch geschaffen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"708\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/1-Ohrstoepseling-1024x708.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2825\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/1-Ohrstoepseling-1024x708.jpg 1024w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/1-Ohrstoepseling-300x207.jpg 300w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/1-Ohrstoepseling-150x104.jpg 150w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/1-Ohrstoepseling-768x531.jpg 768w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/1-Ohrstoepseling-1536x1062.jpg 1536w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/1-Ohrstoepseling-2048x1416.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Rosiger Ohrst\u00f6pseling<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Rosige Ohrst\u00f6pseling (Oropax rosella) ist ein ganzj\u00e4hrig in lichten Laubw\u00e4ldern zu findender Pilz aus der Familie der St\u00f6pselinge. Er ist leicht an seiner signifikanten Form und der rosigen Farbe mit seidigem Glanz zu erkennen. Seit Jahrhunderten wird er als kleiner Alltagshelfer gesammelt, getrocknet und danach wieder angefeuchtet als Ohrst\u00f6psel verwendet. Schon Goethe beschreibt im Tagebuch seiner Italienischen Reise, wie er sich mit Hilfe des Ohrst\u00f6pselings vor dem h\u00f6llischen Stra\u00dfenl\u00e4rm Italiens zu sch\u00fctzen wusste. Noch heute wird er in manchen Theatern nach Gr\u00f6\u00dfe sortiert in kleinen T\u00fctchen, insbesondere vor Wagner-Opern kommerziell vermarktet. Der Pilz ist grunds\u00e4tzlich essbar und schmeckt leicht nach Kerzenwachs, doch muss man sich entscheiden, ob er wie beschrieben genutzt oder auch genossen werden will.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"737\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2-Bierbauchling-1024x737.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2827\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2-Bierbauchling-1024x737.jpg 1024w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2-Bierbauchling-300x216.jpg 300w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2-Bierbauchling-150x108.jpg 150w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2-Bierbauchling-768x552.jpg 768w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2-Bierbauchling-1536x1105.jpg 1536w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2-Bierbauchling-2048x1473.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bierbauchling<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bierbauchling (Stomachus cervisius) wird heute den Gemeinen Wanstlingen zugeordnet, w\u00e4hrend er in \u00e4lteren Pilzb\u00fcchern noch zu den Gemeinen Wampen gerechnet wird. Seine blonde, an helles Bier erinnernde Farbe wie auch die Physiognomie bierliebender Menschen gab ihm offensichtlich seinen volkst\u00fcmlichen Namen. Dieses sehr rundliche Lebewesen scheint einzig allein aus Bauch zu bestehen. Sein kn\u00f6delartiger Fruchtk\u00f6rper wird nur im fortgeschrittenen Stadium durch Wulstans\u00e4tze etwas differenziert. Seine Sporen entl\u00e4sst der Bierbauchling \u00e4hnlich wie der Bovist \u00fcber ein kleines dunkles Gr\u00fcbchen, das mit Phantasie betrachtet an einen Bauchnabel erinnern kann. Der vor allem in der bayrischen und b\u00f6hmischen K\u00fcche beliebte Bierbauchling soll in Butterschmalz gebraten eine k\u00f6stliche Delikatesse darstellen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"723\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/73-Teddypilz-1024x723.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2828\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/73-Teddypilz-1024x723.jpg 1024w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/73-Teddypilz-300x212.jpg 300w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/73-Teddypilz-150x106.jpg 150w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/73-Teddypilz-768x543.jpg 768w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/73-Teddypilz-1536x1085.jpg 1536w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/73-Teddypilz-2048x1447.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Teddy-Pilz<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Teddypilz ist eigentlich ein Gemeiner Strubbelkopfr\u00f6hrling (Strobilomyces strobilaceus), kurz Strubbelkopf genannt. Schon lange vor dem ersten Teddyb\u00e4ren der Firma Steiff war unser Strubbelkopf hierzulande bei Kindern beliebt. Er besitzt n\u00e4mlich eine flauschig pelzartige und braune Oberfl\u00e4che, die einem ungek\u00e4mmten B\u00e4renbabyfell gleicht. Der Pilz wurde von Kindern armer Leute zu kleinen B\u00e4renfiguren zusammen gen\u00e4ht. Als echte B\u00e4ren in unseren W\u00e4ldern noch heimisch waren, dienten diese Proto-Teddys als Schutzzauber vor den gef\u00e4hrlichen Raubtieren, die gerne auch Menschenkinder verspeisten. Erst die b\u00fcrgerliche Welt des 19. Jahrhunderts entwickelte eine bis dahin neue Tierliebe, so dass auch B\u00e4ren als niedliche Liebhabekn\u00e4uel in die Kinderzimmer einzogen. Leider ist die Kunst des Pilzb\u00e4renbastelns heute v\u00f6llig vergessen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Phantastische Pilze&#8220; im Medienecho: SWR Landesschau Baden-W\u00fcrttemberg vom 28.11.2022 SWR2 Radiobeitrag vom 24.11.2022 Phantastische Pilze Pilze geh\u00f6ren zu den faszinierendsten Lebewesen der Natur und sind bekannt-lich keine Pfanzen, sondern eher mit den Tieren verwandt. Sie treiben keine Photosynthese und nutzen keine pflanzliche Zellulose, sondern das von Insekten bekannte Chitin. 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