{"id":3108,"date":"2024-11-15T16:16:19","date_gmt":"2024-11-15T14:16:19","guid":{"rendered":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/?p=3108"},"modified":"2025-01-20T16:04:21","modified_gmt":"2025-01-20T14:04:21","slug":"michaele-johanne-graeper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/?p=3108","title":{"rendered":"Michaela Johanne Gr\u00e4per"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"498\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp1-498x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3119\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp1-498x1024.jpg 498w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp1-146x300.jpg 146w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp1-73x150.jpg 73w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp1-768x1580.jpg 768w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp1-747x1536.jpg 747w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp1.jpg 827w\" sizes=\"auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"498\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp2-498x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3120\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp2-498x1024.jpg 498w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp2-146x300.jpg 146w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp2-73x150.jpg 73w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp2-768x1580.jpg 768w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp2-747x1536.jpg 747w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Ek-Michi-hp2.jpg 827w\" sizes=\"auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"685\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Michi-Graeper-c-Atelieransicht-kl-685x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3115\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Michi-Graeper-c-Atelieransicht-kl-685x1024.jpg 685w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Michi-Graeper-c-Atelieransicht-kl-201x300.jpg 201w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Michi-Graeper-c-Atelieransicht-kl-100x150.jpg 100w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Michi-Graeper-c-Atelieransicht-kl-768x1149.jpg 768w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Michi-Graeper-c-Atelieransicht-kl-1027x1536.jpg 1027w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Michi-Graeper-c-Atelieransicht-kl.jpg 1337w\" sizes=\"auto, (max-width: 685px) 100vw, 685px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/OHNE-GEWAeHR-JPG-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3116\" style=\"width:683px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/OHNE-GEWAeHR-JPG-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/OHNE-GEWAeHR-JPG-300x225.jpg 300w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/OHNE-GEWAeHR-JPG-150x113.jpg 150w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/OHNE-GEWAeHR-JPG-768x576.jpg 768w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/OHNE-GEWAeHR-JPG.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">GESAMTSITUATIONSBEDINGTEWEIBERANSICHTEN<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein sperriger Titel f\u00fcr die Ausstellung des Kunstvereins Schwetzingen, doch er passt zu den Skulpturen der Bildhauerin Michaela Johanne Gr\u00e4per und ihrer Person. In Oberammergau geboren hat sie sich schon fr\u00fch f\u00fcr die handwerklichen und k\u00fcnstlerischen Traditionen ihres bayrischen Heimatortes interessiert. So erlernte sie das klassische Kunsthandwerk der Holzschnitzerin, was im letzten Jahrhundert f\u00fcr Frauen noch ungew\u00f6hnlich war. M\u00e4dchen war es z.B. lange verboten, eine Kettens\u00e4ge zu benutzen. Gerne h\u00e4tte sie auch Schreiner gelernt, doch alle Meister lehnten sie ab, weil sie dann eine zweite Toilette h\u00e4tten bauen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solchen Hindernissen zum Trotz hat Michaela Johanne Gr\u00e4per nicht nur das Handwerk gelernt, sondern in M\u00fcnchen an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste Bildhauerei studiert. Heute lebt sie im oberbayrischen Burggen. Der Kunstverein Schwetzingen zeigte schon 2008 eine ihrer Skulpturen in der Fussg\u00e4ngerzone (Im Wege Stehend) und 2024 ihre Carl-Theodor-Statuette in der Orangerie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre Holzskulpturen sind figurativ, meist weiblich und farbig gefasst. Auch das, die Fassmalerei hat eine Tradition, die bis ins Mittelalter reicht. Ja, ihre Figuren sind meist in bunten heiteren Farben gehalten. Viele erscheinen in einem nackten Rosa, andere in babyblauen Badeanz\u00fcgen oder im Neglig\u00e9. Manche treten im Abendkleid auf, mit St\u00f6ckelschuhen und bizarren H\u00fcten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das signifikanteste Merkmal ihrer Frauenfiguren, die sie selbst Weiber nennt, ist aber ihre Korpulenz. Sie selbst ist keineswegs adip\u00f6s, doch ihre Weiber werden meist in barocker und sehr sinnlichen Leibesf\u00fclle dargestellt, die an Peter Paul Rubens erinnern. Viele Arbeiten sind sehr humorvoll, wie die Arbeit LANDSITZ, wo Europa nicht als<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beutest\u00fcck auf einem g\u00f6ttlichen Stier reitet, sondern auf dem R\u00fccken einer Kuh zu schlafen scheint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niki de Saint Phalle war sicherlich die erste K\u00fcnstlerin, die ein neues korpulentes Sch\u00f6nheitsideal propagierte. Damals in den 50er und 60er Jahren galten knabenhaft zierliche Frauen wie Audrey Hepburn oder das britische Fotomodell Twiggy als besonders sch\u00f6n und begr\u00fcndeten den Schlankheitswahn, der bis heute noch viele Frauen qu\u00e4lt. Michaela Johanne Gr\u00e4per aber findet ihre dicken Weiber sch\u00f6n, die auch jedem Betrachter schnell sympathisch werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schaut man in der Kunstgeschichte noch weiter zur\u00fcck, sind da nat\u00fcrlich die Figuren aus der Steinzeit, weibliche Fruchtbarkeitssymbole, die gerne als Venus bezeichnet werden und die kultische Verehrung von Muttergottheiten zum Ausdruck bringen. In einer Serie von kleinen Bronzestatuetten zeigt Michaela Gr\u00e4per eine vergleichbare Formensprache. Auch die Arbeit EYESIR offenbart drei solcher archaisch anmutenden Idole, die zudem spitze Kegel tragen, die an die ber\u00fchmten Goldh\u00fcte der Bronzezeit erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch Michaela Gr\u00e4per ist keine Feministin, vielmehr eine kritische Zeitgenossin, die mit ihrer Kunst alle Menschen ermutigen will, selbstbewusster zu sein, Klischees zu hinterfragen und kein Bodyshaming zuzulassen. Das gilt auch f\u00fcr M\u00e4nner. Dar\u00fcber hinaus interessiert sich die K\u00fcnstlerin f\u00fcr andere sozialkritische Themen, zeigt Menschen mit schwarzer Hautfarbe oder zwei M\u00e4nner, die sich k\u00fcssen. Sie attackiert den Militarismus, parodiert immer wieder den Kampf der Geschlechter und nimmt auch ihre Heimat gerne mit bayrischem Humor aufs Korn.                                                 Dr. Dietmar Schuth<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GESAMTSITUATIONSBEDINGTEWEIBERANSICHTEN Ein sperriger Titel f\u00fcr die Ausstellung des Kunstvereins Schwetzingen, doch er passt zu den Skulpturen der Bildhauerin Michaela Johanne Gr\u00e4per und ihrer Person. In Oberammergau geboren hat sie sich schon fr\u00fch f\u00fcr die handwerklichen und k\u00fcnstlerischen Traditionen ihres bayrischen Heimatortes interessiert. 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