{"id":3464,"date":"2026-02-11T16:05:03","date_gmt":"2026-02-11T14:05:03","guid":{"rendered":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/?p=3464"},"modified":"2026-04-02T15:01:45","modified_gmt":"2026-04-02T13:01:45","slug":"stefan-bircheneder-trompe-loeiles-malerei-im-palais-hirsch-8-31-mai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/?p=3464","title":{"rendered":"Stefan Bircheneder \u2013 Letzte Schicht &#8211; trompe l\u2019oeiles im Palais Hirsch \u2013 8. \u2013 31. Mai"},"content":{"rendered":"\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\" hidden class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Stefan-Bircheneder-EK.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von Stefan Bircheneder EK.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-9df35061-924c-47e8-83aa-94635ad9357f\" href=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Stefan-Bircheneder-EK.pdf\">Stefan Bircheneder EK<\/a><a href=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Stefan-Bircheneder-EK.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-9df35061-924c-47e8-83aa-94635ad9357f\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"470\" height=\"400\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/bircheneder.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3466\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/bircheneder.jpg 470w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/bircheneder-300x255.jpg 300w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/bircheneder-150x128.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Letzte Schicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Stefan Bircheneder im Kunstverein Schwetzingen \u2013 8.- 31. Mai 26 &#8211; Mi-So 14-18 Uhr<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Trompe-l\u00b4\u0153ils sind illusionistische Bilder, die das Auge t\u00e4uschen, wie es der franz\u00f6sische Begriff ausdr\u00fcckt. Schon die alten R\u00f6mer bzw. die f\u00fcr sie malenden Griechen haben in ihren Wohnh\u00e4usern in Pompeji Fenster an die Wand gemalt und so Ausblicke suggeriert, die es real gar nicht gab. Heute nimmt man f\u00fcr solche Effekte und optischen Wohnraumerweiterungen gerne Fototapeten, selbst bei Bodenbel\u00e4gen, die ein enges Badzimmer imagin\u00e4r in die S\u00fcdsee verorten oder in eine alpine Bergwelt. Schlau.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der Kunst war man seit der Renaissance bei den Trompe l\u00b4\u0153ils sehr fantasievoll und witzig. Ber\u00fchmt sind die barocken Scheinkuppeln des Andrea Pozzo in der Jesuitenkirche in Wien, die lediglich viel Farbe kosteten, doch wesentlich billiger waren als eine echte Architektur in Stein. In der niederl\u00e4ndischen Malerei finden sich h\u00e4ufiger Gem\u00e4lde, die an die Wand gedreht scheinen, also nur von hinten gemalt sind, ein ironischer Gag.<\/p>\n\n\n\n<p>Der nun im Schwetzinger Kunstverein ausgestellte Maler Stefan Bircheneder (*1974) aus Waldm\u00fcnchen bei Regensburg ist ein moderner Augenwischer, der die R\u00e4ume des Kunstvereins, das Palais Hirsch, in eine abbruchreife Industrieanlage verwandelt, scheinbar. T\u00e4uschend echt erscheinen von allen Menschen verlassene Arbeitsr\u00e4ume, Duschen, Toiletten, Stechuhren, Spinde usw., doch alles ist nur gemalt. Auf der \u201eart Karlsruhe\u201c fiel er mit diesen ungew\u00f6hnlichen Motiven auf, weil sie einen anarchistischen und ein wenig subversiven Kontrast zur sch\u00f6nen Kunst f\u00fcr reiche Leute darstellen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Bircheneder ist sicherlich kein Kommunist oder Wolf im Schafspelz, doch sensibilisiert seine Kunst f\u00fcr die Arbeitswelt nicht ganz so gut verdienender Menschen, die letztlich den Reichtum der Oberen erwirtschaften. Auch diese Welt hat ihre \u00c4sthetik, obwohl sie rein funktional ist. Doch diese R\u00e4ume wurden eines belebt, und die nun verschwundenen Menschen haben ihre oft farbigen Spuren hinterlassen. Wie bei der klassischen Interieur- oder Stillleben-Malerei inspirieren sie, \u00fcber die Abwesenheit des Menschen nachzudenken, sich die Menschen real vorzustellen und \u00fcber die Verg\u00e4nglichkeit des Lebens allgemein zu sinnieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00fcnstler will nicht unbedingt h\u00e4ssliche Arbeitsbedingungen aufzeigen oder gar anklagen. Er sucht einfach das Menschliche in dieser Welt, gerne auch den privaten Arbeiter und nicht nur den namenlosen Arbeitnehmer. Diese verraten sich durch die pers\u00f6nlichen Requisiten, den vergessenen Rucksack, wie ihn nur junge Leute kaufen w\u00fcrden, oder einen bunten Regenschirm, der wohl eher einer Frau geh\u00f6rt hat. Andere Requisiten wie Handschuhe oder Baustellenhelme entlassen den einzelnen Menschen dagegen wieder in die Anonymit\u00e4t.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Schon die Pop-Art der 60er Jahre kennt \u00e4hnliche Konzepte des Fotorealismus wie auch Streat-Art-K\u00fcnstler unserer Tage, die ganze Hausfassaden bespr\u00fchen und in paradiesische oder apokalyptische Immobilen verwandeln. Stefan Bircheneder ist ein solcher Verwandlungsk\u00fcnstler, der uns eine Realit\u00e4t vor Augen f\u00fchrt, die die meisten Besucher eines Kunstvereins nicht kennen. Der Kurator kennt sie, hat vor seinem Studium in einer Fabrik gearbeitet und kann deshalb jetzt schon in Rente gehen. Es ist seine letzte Ausstellung f\u00fcr den Kunstverein im Palais Hirsch, mit dem sinnigen Namen \u201eLetzte Schicht\u201c. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Dietmar Schuth<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Schicht Stefan Bircheneder im Kunstverein Schwetzingen \u2013 8.- 31. Mai 26 &#8211; Mi-So 14-18 Uhr Trompe-l\u00b4\u0153ils sind illusionistische Bilder, die das Auge t\u00e4uschen, wie es der franz\u00f6sische Begriff ausdr\u00fcckt. Schon die alten R\u00f6mer bzw. die f\u00fcr sie malenden Griechen haben in ihren Wohnh\u00e4usern in Pompeji Fenster an die Wand gemalt und so Ausblicke suggeriert, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-3464","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuell"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3464","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3464"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3464\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3491,"href":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3464\/revisions\/3491"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3464"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3464"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3464"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}