{"id":41,"date":"2014-01-11T14:00:48","date_gmt":"2014-01-11T12:00:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berndackermann.de\/kunstverein_schwetzingen\/wp\/?p=41"},"modified":"2014-01-11T14:00:48","modified_gmt":"2014-01-11T12:00:48","slug":"susanne-kamps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/?p=41","title":{"rendered":"Susanne Kamps"},"content":{"rendered":"<p>11.01 &#8211; 02. 02. 14<\/p>\n<p><strong>Bed &amp; Breakfast<\/strong><\/p>\n<p>Es war ein Montag im Oktober 2013, als wir uns im Atelier von Susanne Kamps erstmals in D\u00fcsseldorf trafen. Der Maler Matthias Brock, den wir unl\u00e4ngst im Kunstverein Schwetzingen zeigten, hatte mich auf seine Kollegin aufmerksam gemacht. Beide hatten zusammen in M\u00fcnster bei Professor Kuhna Malerei studiert.\u00a0 Mir kam diese Offerte als Kurator gerade recht, weil ich dringend ein Zeitfenster im Januar 2014 besetzen musste. So fuhr ich denn an jenem verregneten Herbsttag etwas hektisch mit dem Auto auf endlos grauen Autobahnen nach Norden, doch angekommen bin ich in S\u00fcdfrankreich. Pl\u00f6tzlich schien die Sonne wieder, die Blumen im Garten waren wieder frisch, der Sommer war zur\u00fcck, und alle Hektik war verflogen. Es gab Kaffee und Geb\u00e4ck oder waren es doch ein Pastis mit Oliven? Ich wei\u00df es nicht mehr so genau, denn die Bilder der Susanne Kamps hatten mich vollkommen verzaubert. Erinnerungen an eigene Reisen in den S\u00fcden Frankreichs wie auch an die unl\u00e4ngst f\u00fcr den Kunstverein durchgef\u00fchrte Studienreise an die C\u00f4te d&#8217;Azur kamen mir wieder in den Sinn:\u00a0 Nizza mit seiner Promenade des Anglais, die Chapelle du rosaire von Matisse und vieles andere mehr.<\/p>\n<p>Susanne Kamps arbeitet dort, wo andere Menschen Urlaub machen. Seit ihrem Meisterbrief im M\u00fcnster 2001 zieht es sie immer wieder dorthin, wo schon so viele Maler der klassischen Moderne eine neue Heimat fanden. Die Rede ist von den Fauvisten, von Henri Matisse, Andr\u00e9 Derain,\u00a0 Raoul Dufy, Maurice de Vlaminck oder Georges Braque. Alle verlie\u00dfen sie das graue Paris wie schon die Postimpressionisten Van Gogh, Gauguin oder Cezannes, um das Licht und die Farben der s\u00fcdlichen Sonne zu suchen. Das geschah so um 1905 in Nizza, Saint Tropez oder Collioure an der C\u00f4te d&#8217;Azur, als sich eine neue Malergeneration v\u00f6llig vom akademischen wie auch impressionistischen Malstil distanzierte und eine neue Kunst erfand. Neu war der g\u00e4nzliche Verzicht auf ein zeichnerisches Disegno und die perspektivische Konstruktion eines Bildraumes. Man ging mit den neu entwickelten Tubenfarben direkt auf die Leinwand &#8211; a la prima &#8211; und konnte so ganz unmittelbar und spontan mit Farbe umgehen. Diese wurde in der Regel nicht gemischt oder schattiert oder pointilistisch aufgetupft, sondern in kr\u00e4ftigen reinen Farben aufgetragen. So entstand eine intensives und kontrastreiches Kolorit, das die Fl\u00e4che eines Bildes dank der Farbenperspektive in einen suggestiven Raum zu verwandeln wusste. Dieser Raum sollte jedoch prim\u00e4r keine Wirklichkeit abbilden, wie es die Malerei bisher in den Genres Portr\u00e4t, Landschaft, Interieur oder Stillleben unternommen hatte. Stattdessen wurde ein subjektiver Wahrnehmungsraum inszeniert, in dem nicht die realistischen Motive, sondern die Farbe an sich mit ihrer emotionalen Kraft den Ton angab.<\/p>\n<p>Vieles lie\u00dfe sich noch zu diesem damals wahrhaft anarchistischen Kunstkonzept sagen. Doch interessanter ist es zu fragen, warum eine Malerin fast genau 100 Jahre sp\u00e4ter malt wie die Fauves. Oft schon musste sich Susanne Kamps als Epigonin bezeichnen lassen, doch die seit der Postmoderne so gerne tot gesagte Malerei kann nichts Neues mehr erfinden und muss sich mit jedem Pinselstrich vergleichen lassen. Und dabei ist der Fauvismus noch eine sehr originelle Reminiszenz, denkt man an die Neuen Wilden, die dem deutschen Expressionismus verpflichtet waren. Susanne Kamps hingegen hat als Malerin eine franz\u00f6sische Identit\u00e4t gefunden. Ihre Kunst ist durchaus dekorativ, ein Wort, das nur bei uns, aber nicht in Frankreich etwas kritisch betrachtet wird. Sie bestreitet keine Theorie oder Ideologie. Sie verwirklicht ein \u00e4sthetisches Konzept und folgt dabei letztlich dem Credo von Henry Matisse, Kunst als Ausdruck einer Lebensfreude zu verstehen. Auf ihren Reisen, in letzter Zeit auch nach Kroatien und Israel, genie\u00dft sie einfach die andere Atmosph\u00e4re, das Licht, die s\u00fcdliche Natur und die Farben, die sich in jedem noch so banalen Gegenstand als kleine Sensation offenbaren. Dabei w\u00e4hlt sie die einfachsten Dinge, die sie zum Beispiel in einem Hotel oder einem Bed&amp;Breakfast-Quartier umgeben. Denn nicht das Motiv ist wichtig, sondern die vitale Farbe und ihre sinnliche Sch\u00f6nheit, die alle m\u00fcden Graut\u00f6ne vertreibt.<\/p>\n<p>Dr. Dietmar Schuth<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-41 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/?attachment_id=44'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/00-sunny_spa-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/?attachment_id=45'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/01-Avocado-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/01-Avocado-150x150.jpg 150w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/01-Avocado-300x300.jpg 300w, https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/01-Avocado.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/?attachment_id=46'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/kunstverein-schwetzingen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/02-Terasse-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11.01 &#8211; 02. 02. 14 Bed &amp; Breakfast Es war ein Montag im Oktober 2013, als wir uns im Atelier von Susanne Kamps erstmals in D\u00fcsseldorf trafen. 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